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Der kleine Lenzkirch Schaukler

Bitte haben Sie etwas Geduld beim Laden der Seite. Da Sie im Internet die Ware nicht anfassen und begutachten können, möchte ich sie Ihnen mit möglichst aussagekrĂ€ftigen Texten und Bildern beschreiben. Ihre Geduld wird belohnt werden. Lesen Sie bitte die Texte aufmerksam durch, das erspart Ärger und EnttĂ€uschung auf beiden Seiten. Beachten Sie bitte auch die AGB.

Lenzkirch kleiner Schaukler Kirschbaum 01Es ist wiederholt vorgekommen, dass ich meine eigenen Texte und Fotos auf ebay entdeckt habe. Hiermit untersage ich die Benutzung und Weiterverbreitung meiner Texte und Fotos.

___beschreibung

Lenzkirch Schaukler, ob groß oder klein, gehören zu den begehrtesten Uhren der Welt. Sie sind auch in Sammlerkreisen weltweit bekannt. Etwas schlichter  als der große Schaukler, kommt der kleine Schaukler daher. Das GehĂ€use sieht auch aus wie eine Kathedrale, kommt aber  mit weniger  Pomp aus. Im Innern lĂ€uft aber das gleiche Uhrwerk wie beim großen Schaukler.

Alle Lenzkirch Schaukler wurden  in starker Limitierung hergestellt, weil sie nur fĂŒr einen kleinen KĂ€uferkreis erschwinglich waren. Das waren die wenigen Leute, die sich so etwas als Luxus leisten konnten.

Betrachtet man die GrĂŒnderzeit rĂŒckblickend, lebte die Mehrheit der Bevölkerung in eher bescheidenen VerhĂ€ltnissen. Der kleine Schaukler, der hier gezeigt wird, ist auch eine RaritĂ€t, wurde aber in etwas grĂ¶ĂŸerer StĂŒckzahl verkauft, da er nicht ganz so unerschwinglich wie der große Schaukler war.

Entsprechend den dennoch geringen Verkaufszahlen von Schauklern damals, im VerhĂ€ltnis zu anderen Uhrentypen, gibt es auch heute nur noch sehr wenige ĂŒberlebende kleine Schaukler, die 2 Weltkriege unbeschadet ĂŒberlebt haben.

Auch die kleinen Schaukler ab es  in mehreren Varianten. Es gab Schaukler aus Nussbaum, das war die Mehrzahl. Sehr wenige Modelle waren aus Eiche, noch weniger aus Kischbaum. die Kirschbaum Version sehen Sie oben links.

Kleiner Lenzkirch Schaukler Eiche 05DarĂŒber hinaus gab es auch beim kleinen Schaukler verschiedene ZifferblĂ€tter und verschiedene schaukelnde Figuren, nĂ€mlich einen Jungen oder ein MĂ€dchen. DafĂŒr, dass der Junge zum großen Schaukler, das MĂ€dchen zum kleinen Schaukler gehörte, kann ich mich nicht verbĂŒrgen. Ich habe das auch schon umgekehrt gesehen, an Schauklern, die “unberĂŒhrt” und seit Generationen in einer Familie waren. Möglicherweise sind aber auch Figuren verloren gegangen und wurden falsch nachbestellt. Die Uhren haben immerhin zwei Kriege gesehen. Die Spitzen unterscheiden sich auch. Einige haben eine Wetterfahne, andere haben spitze Messing TĂŒrmchen. Hier gilt das gleiche, zwei Weltkriege!

Ganz rar sind kleine Schaukler mit Wandkonsole. die zugehörigen Konsolen zeigen vorn einen Pfau. Kleine Schaukler wurden mit Wandhalterung oder ohne, als Tischuhr, angeboten. Ein Schaukler ohne Konsole ist also nicht unbedingt unvollstĂ€ndig, sondern war fĂŒr die Vitrine, den Kaminsims, oder Kommode gedacht.

Egal, ob groß oder klein, mit Konsole oder ohne, diese Pendulen konnte sich nur die gehobene Mittelschicht oder der vermögende Adel leisten. FĂŒr einen normalen Arbeiter, der schon fĂŒr einen gewöhnlichen Regulator zwischen einem und drei Jahren hĂ€tte arbeiten mĂŒssen, wĂ€re so etwas nicht erschwinglich gewesen.

Wir reden von Zeiten, in denen sich mehrere Menschen ein Zimmer teilten, von Hinterhof Wohnungen in GroßstĂ€dten, von Zeiten, in denen die Mehrheit der Bevölkerung arm war.

Auch heute gehören die Schaukler zu den Uhren der gehobenen Preisklasse, bei denen die AntiquitĂ€tenhĂ€user aber trotzdem sofort KĂ€ufer finden, sofern sie so etwas in die Finger bekommen. Ich rede hier nicht von verschmutzten, verbastelten, oder unvollstĂ€ndigen, nicht funktionierenden ebay SchnĂ€ppchen (gekauft wie gesehen, Versand- und Verlustrisiko beim KĂ€ufer, keine RĂŒcknahme, weil bla bla ...), sondern von gut erhaltenen, gepflegten, oder sachgerecht restaurierten AntiquitĂ€ten.

Kleiner Lenzkirch Schaukler 13Eine gut erhaltene AntiquitÀt setzt eine lebenslange Pflege voraus. Teure Dinge wurden wertgeschÀtzt und geliebt, eine kostspielige Anschaffung wurde vorsichtiger behandelt als ein schlichter Gebrauchsgegenstand.

Als Gebrauchsgegenstand kann man den Schaukler nĂ€mlich wahrlich nicht bezeichnen, denn zu der Zeit gab es schon Regulatoren, die bis zu zwei Wochen, sogar viel lĂ€nger, liefen. Eine nĂŒtzliche Funktion, wie etwa eine Weckeinrichtung, fehlte auch.

Ein Lenzkirch Schaukler ist ein TaglĂ€ufer, einige schaffen 33 Std.. Sie mußten also tĂ€glich, entweder vom Besitzer, oder von dessen befugtem Personal aufgezogen werden.

Viele Schaukler wurden aber nur aufgezogen, wenn sich Besuch angekĂŒndigt hatte und man den Salon zu dieser Gelegheit heizte und vorbereitete.

Das Leben der Mittelschicht spielte sich unter der Woche in der KĂŒche ab. Deshalb spricht man heute von kalter Pracht, wenn man an die GrĂŒnderzeitmöbel in den Salons denkt.

Ungeheizte Zimmer waren leider auch ein Paradies fĂŒr den gewöhnlichen Holzbock, dessen Entwicklungsstadium vor dem Ausfliegen man als Holzwurm bezeichnet.

Alle Schaukler wurden aus Massivholz hergestellt. Die Applikationen sind fast immer identisch, einige wenige waren detailverliebter. Vielleicht Sondermodelle.

Kleiner Lenzkirch Schaukler 17So gab es zum Beispiel einen mit Parkett unter der Schaukel. Dieser hatte auch ein anderes Dach mit Schornstein. Die GehÀuse waren schwungvoll, aber gedrungen, es musten also sehr kleine Werke entworfen werden.

Diese Uhrwerke wurden in kleiner StĂŒckzahl nur fĂŒr die Schaukler gebaut. Eine besondere Übersetzung und Abwandlung der Technik sorgte dafĂŒr, dass die Schaukler vor und zurĂŒck schwangen, statt nach rechts und links zu pendeln.

Diese Besonderheit entzĂŒckte die Menschen. Der kleine schaukelnde Junge oder das schaukelnde MĂ€dchen rĂŒhrte das Herz an. Aber eben auch die Herzen der Kinder, die diese Objekte „bespielten“. Da gingen dann schon mal Teile verloren, die stilisierte Kette des Schaukel wurde verbogen, oder Teile trennten sich vom GehĂ€use. Auch aus diesem Grund gibt es heute nur noch wenige Schaukler, die vollkommen komplett, vollstĂ€ndig und funktionstĂŒchtig sind.

Die Pflege der Werke, aber auch der GehĂ€use, entscheidet ĂŒber die Lebensdauer dieser reizenden Uhren. Uhrwerke bestehen aus mechanischen RĂ€dern, sich drehenden Zapfen in Lagern, die durch die Kraft der Federspannung in Bewegung gehalten werden. Das stĂ€ndige Drehen erzeugt Reibung, die durch Uhrenöl vermindert wird. Ohne Revision sterben die Werke wegen Verschleiß, davon unten mehr.

___uhrwerk

Eines vorweg, alle Lenzkirch Schaukler sind fĂŒr den 24 Stunden Betrieb ausgelegt. Einige  schaffen auch 30 Std., dennoch sollte man die Uhren nicht ĂŒberziehen!

Kleiner Lenzkirch Schaukler Nussbaum 05Beim kleinen und großen Schaukler heißt es also jeden Tag aufziehen. Dies ist dem geringen Platz fĂŒr ein Uhrwerk im GehĂ€use geschuldet. Das Werk mußte möglichst klein sein, lange Federn wĂ€ren da kontraproduktiv gewesen.

Die Konstruktion stellt alles auf den Kopf, denn das Federhaus ist oben statt unten. Die ZĂ€hne des Federhauses greifen ohne Übersetzung direkt in den Minutentrieb, aus diesem Grund wird die Uhr links herum aufgezogen.

Das HerzstĂŒck dieses kleinen Kunstwerkes ist ein solide entworfenes Vollplatinen Uhrwerk mit feinsten Zapfen fĂŒr minimale Reibung, Volltrieben und einer modifizierten Hemmung mit Massivanker  (Hakenhemmung n. W. Clement).

Die technische Rafinesse dieses Werkes liegt in der Modifizierung der Hemmung, die das Pendel, in diesem Fall den Jungen auf der Schaukel, dazu bringt, vor und zurĂŒck, statt seitlich zu schwingen.

Die Genauigkeit der Uhr wird, wie bei allen Pendulen, durch VerlĂ€ngerung oder VerkĂŒrzung der Schwingung eingestellt. Hierzu bedient man die feinen SchrĂ€ubchen, die sich unter dem Brett der Schaukel befinden, auf der der Junge sitzt.

Lenzkirch kleiner Schaukler Nussbaum 01 ___technischedaten

GehÀuse: Meistens Nussbaum, Massivholz
GrĂ¶ĂŸe (L x B x T in cm): 44 x 20 x 11
Uhrwerk: Vollplatinen, Volltriebe
Schlagwerk: Nicht vorhanden
Zifferblatt: Messing, ziseliert, teilweise versilbert
Pendel: FigĂŒrlich, verstellbar
Laufdauer: 24 Std.

___ineigenersache

Der Uhrenkauf soll beiden Parteien Spaß und Freude bereiten. Ein automobiler Scheunenfund kann weder am Straßenverkehr teilnehmen, noch wird er Schönheitspreise gewinnen.

Ein Dachbodenfund wird erst dann die Zeit zuverlĂ€ssig anzeigen und ein SchmuckstĂŒck Ihrer Wohnung sein, wenn er fachmĂ€nnisch restauriert worden ist. Uhren, die Sie bei mir erwerben, bringen diese QualitĂ€ten mit.

Das bedeutet fĂŒr Sie die Sicherheit, eine Uhr zu erwerben, die nicht nur ihre Aufgabe, die Zeit anzuzeigen, zuverlĂ€ssig erfĂŒllen wird, sondern darĂŒber hinaus eine Wertanlage fĂŒr die Zukunft darstellt.

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