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Lenzkirch Pendule, 1895 - 1900

Bitte haben Sie etwas Geduld beim Laden der Seite. Eine ausführliche Beschreibung erfordert eine ebenso ausführliche Bebilderung. Sie werden nicht enttäuscht sein.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 03 _beschreibung

Bei etlichen Völkern gab es einen eigene Götter für den Wein, im Zusammenhang mit Liebe, Lebensfreude, Fruchtbarkeit und ausgelassenem Trinkgenuss. In alten Mythen und religiösen Schriften werden diese Götter mit entsprechender Symbolik, zum Beispiel mit Putten, einem Weinbecher, einem Rebstock oder einer  Weintraube dargestellt. Diese Götter brachten den Menschen den Wein als göttliches Geschenk. Deshalb ist Wein auch in fast allen Religionen der Welt ein heiliges, Gott oder den Göttern gefälliges Getränk. Mit dem Wein stellte man in mystischer Weise eine Beziehung zu Gott oder den Göttern her.

Diese Symbolik findet sich auch an Lenzkirch Uhren als Motiv. Wir finden sie auch an dieser Lenzkirch Pendule aus den Jahren 1895 - 1900.

Das gesamte Gehäuse dieser Stutzuhr ist aus Nussbaum Vollholz. Auf dem Dach trägt die Pendule eine abnehmbare Holzpuppe mit Messingtürmchen. Das sehr detailliert ausgearbeitete Dach mit geschnitzten Dachschindeln wird flankiert von 2 weiteren Türmchen aus Messing. Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 04In der Mitte befindet sich eine Maske, entweder des römischen Bacchus oder des griechischen Dionysos.

Darunter  befindet sich eine Rocaille aus vergoldeter Bronze. Oben befindet sich eine Reihe antiker Beschlagnägel, in Form von Sternen, die in den Ecken halbiert sind. Die Seiten werden begrenzt von sich spiegelnden Putten und Blumengirlanden, die die Lebensfreude widerspiegeln.  Des weiteren finden sich Rocaillen und Weinblätter an der Pendule. Besonders schön sind die intarsierten Messingbänder, die man unten und rings um die Holzfüßchen sieht.

Besonderes Augenmerk möchte ich auf das seltene Zifferblatt lenken. Es ist aus Emaille, cremefarbig, mit dunkelblauen Ziffern. Das Zifferblatt zeigt keinerlei Haarrisse oder Beschädigungen, es ist gut erhalten, aber alt.

Der Erhaltungszustand dieser niedlichen Uhr läßt kaum Wünsche offen, die Uhr ist sachgerecht gereinigt und poliert worden. Die Pendule ist geruchsneutral und sehr sauber. Die Bespannung der hinteren Türe ist erneuert worden, darunter befindet sich aber immer noch der antike Stoff. Er wurde nicht entfernt und kann wieder zum Vorschein gebracht werden. Sehr ansehnlich ist er allerdings nicht mehr. Das Gehäuse besitzt hinten eine Sicherungsmöglichkeit, wenn sie die Uhr auf eine Wandkonsole stellen wollen. Dazu müssen Sie die Filzscheibe entfernen, die das Lock verdeckt.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 05Als Uhrwerk und Herzstück dieser reizenden kleinen Uhr fand das unter anderem in den Lenzkirch Pendulen verbaute 41er Werk Verwendung. Dieses wird mit Pendulen Pendel betrieben. Auch der originale Lenzkirch Aufzugsschlüssel ist dabei.

_uhrwerk

Das Werk ist ein typisches Lenzkirch Pendulenwerk mit dicken Platinen, feinen Zapfen und einer Graham Hemmung.

Es ist die Luxusausgabe, nämlich das Rechenschlagwerk. Das bedeutet für Sie, daß Sie keine Schloßscheibe einstellen müssen, oder die Uhr sich nach dem Ablaufen verstellen kann.

Sie schlägt immer das, was die Zeiger anzeigen. Das Uhrwerk wurde gereinigt und muß erst in etwa 7 Jahren wieder nachgesehen werden. Der Schlag erfolgt auf eine kurze dicke Gongspirale, eher dunkel und fein, als laut und schrill!

 

_techdat

Maße (ca.) 44 x 22 x 14 (H x B x T) Gesamthöhe von Spitze bis zu den Füßen, ohne Holzpuppe 37,5 cm hoch.
Material Korpus: Nussbaum, Massivholz
Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 06Material der Applikationen: Bronze, säurevergoldet
Uhrwerk: Lenzkirch Uhrwerk, Vollplatinen und Volltriebe, Rechenschlagwerk. Seriennr.: 4324 (1 Mio.).
Zifferblatt: Emaille, creme
Pendel: Pendulen Pendel
Laufzeit: 8 - 10 Tage
Letzte Wartung des Uhrwerkes August 2019

_firmengeschichte

Ich zitiere hier stark verkürzt meinen sehr geschätzten Ratgeber, Hans-Heinrich Schmid, den Verfasser des “Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie”.

Am 31.08.1851 wurde die Aktiengesellschaft für Uhrenfabrikation, Lenzkirch (Alg- später Agul) gegründet, die erste Uhrenfabrik im Schwarzwald.

Treibende Kraft für die Firmengründung war Eduard Hauser (*21.08.1825, +1900), der 1840 zur Ausbildung in die kleine Orchestrionfabrik Ignaz Schöpperle sen. eintrat und die Herstellung von mechanischen Spielwerken erlernte. Da ihn aber der Uhrenbau interessierte, ging er für mehrere Jahre in die Schweiz und nach Frankreich, um die Herstellung präziser Uhrwerke kennenzulernen. Zurückgekehrt gründete er 1846 mit Ignaz Schöpperle (*1810, +1882), dem Sohn seines früheren Lehrherren, die Firma Schöpperle & Hauser.

Ihr Ziel war die fabrikmäßige Herstellung von präzisen Uhrenteilen, die sie an die hausgewerblichen Schwarzwälder Uhrmacher verkaufen wollten. Diese verhielten sich sehr ablehnend und das Kapital wurde knapp. Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 07Als Geldgeber konnte die Handelsgesellschaft Faller, Tritscheler & Cie. gewonnen werden, die bedeutende Summen investierte und bis 1867 auch die Buchführung der Firma übernahm.

Die Gründungsmitglieder der Firma Lenzkirch im Jahre 1852 waren Hauser, Schöpperle, Nikolaus Rogg, Paul und Nikolaus Tritscheler und Josef Wiest, die alle jeweils 5000 fl in die Gesellschaft einbrachten. Hauser wurde technischer Direktor und führte durch seine vielen Erfindungen und Konstruktionen von Produktionsmaschinen, sowie durch solide Werkskonstruktionen die Firma rasch zur Weltbedeutung.

Bereits 1858 wurde Lenzkirch die erste Auszeichnung auf der Gewerbeausstellung in Villingen verliehen. Es folgten weitere 15 Auszeichnungen auf nationalen und internationalen Ausstellungen, u. a. München 1854, London 1862, Paris 1867 und 1900, Chile 1875, Philadelphia 1877, Barcelona 1888.

Eduard Hauser erhielt auch viele persönliche Auszeichnungen: 1858 Verdienstmedaille, 1885 in Antwerpen Diplom mit Medaille und 1891 den Zähringer Löwenorden durch den Großherzog von Baden.

Anfangs wurden in Lenzkirch französische Rohwerke bezogen und eingebaut. Als der Import wegen der zunehmenden politischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich immer schwieriger wurde, entwickelte Lenzkirch ab 1867 eigene Tischuhrwerke, Kleinregulatorenwerke und vor allem Reisewecker mit massiven Werken nach französischem Vorbild, die sehr gut verkauft wurden.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 09In erheblichem Umfang wurden auch Uhrenteile produziert. Die Firma Lenzkirch war die erste deutsche Firma, der die Herstellung von Uhren-Aufzugsfedern gelang und die damit den ganzen Schwarzwald belieferte. Uhrenfedern wurden nämlich vorher aus Frankreich importiert. Lenzkirch besaß eine eigene Gießerei, Walzwerk, Sägerei, eine galvanische und mechanische Werkstatt, sowie eine große Gehäusetischlerei, die durch ihre aufwändigen Gehäuse den Ruf der Firma entscheidend begründete.

Für die Gehäuse war der Sohn, Karl Albert Hauser verantwortlich, der u. a. an der Uhrmacherschule in Furtwangen seine Ausbildung erhielt und auch Architekt, Werkzeug- und Formenmacher war. Nach dem Willen seines Vaters hätte er zusammen mit seinem Bruder Emil die Firmenleitung übernehmen sollen.

Noch 1895 stand das Unternehmen Lenzkirch an der Spitze der Uhrenfirmen in Deutschland. Da in Lenzkirch aber zu keiner Zeit Uhrwerke amerikanischer Bauweise gebaut wurden, ein Fehler, der die Firma Lenzkirch langfristig ihre Vorrangstellung in Deutschland kostete, beteiligte sich Lenzkirch auch nicht an den Verhandlungen mit den anderen deutschen Uhrenherstellern an den Uhrenkonventionen.

Im Jahre 1900 wurde eine Musterkollektion von mehreren hundert Uhrenmodellen angeboten, von der Bodenstanduhr bis zum Wecker, für die etwa 160 (!) verschiedene Werke gefertigt wurden. Die Gehäusemodelle waren Vorbild für alle deutschen Uhrenhersteller, vor allem für die Firmen in Schwenningen.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 10Doch der entscheidende Rückschlag kam im gleichen Jahr. Ein schwerer Brand, bei dem das ganz Uhrenlager in Flammen aufging, verursachte große Verluste.

Ferner war die zu große Zahl der verschiedenen Werke und Gehäuseformen für die Firma ein zunehmendes Problem, das sich in deutlich höheren Preisen gegenüber der Konkurrenz wiederspiegelte. Zum Vergleich: Der baugleiche Reisewecker der Firma Kienzle war etwa 30 % billiger.

Eduard Hauser zog sich im März 1899 aus dem Geschäft zurück und starb 1900. Beide Söhne schieden vermutlich wegen Differenzen in der Firmenleitung aus und wechselten zur HAU (Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik, Pfeilkreuz).

Danach ging es in Lenzkirch schnell bergab. Ein allzu großes Beharrungsvermögen ließ Lenzkirch den Anschluß an die leichter und billiger zu entwickelnden “Amerikaner-Uhren” verpassen.

Man blieb bei den soliden Massivwerken, die sich auf Grund der höheren Preise nicht mehr verkaufen ließen und wurde dadurch im Absatz von immer mehr anderen Firmen überrundet.

Es ist nicht bekannt, wie die Firma Lenzkirch den ersten Weltkrieg überstanden hat, aber es ist von einer Rüstungsprodukion auszugehen, da man andernfalls zur Produktionsaufgabe gezwungen gewesen wäre.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 12Als in der 20er Jahren der Absatz der Uhren immer schwieriger wurde, trat Lenzkirch 1927 der Interessengemeinschaft mit Junghans, HAU und Becker bei.

Die durch die Absprachen erzielten Einsparungen reichten aber nicht aus und 1928 wurde Lenzkirch von Junghans übernommen.

____preis

2.299,00 €

_pflege

  • nur Abstauben, kein feuchtes Abwischen!
  • keine Möbelpolitur verwenden!
  • Reinigung der Applikationen mit Stahlwolle Nr. 0000
  • keine direkte Sonneneinstrahlung und
  • kein Aufstellen neben Öfen, etc!

_zubehoer

Ausführliche Pflege- und Bedienungsanleitung, Schlüssel (original).

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 13 _antiqui

Alle Antiquitäten unterliegen dem natürlichen Alterungsprozess. Dies kann sich dadurch äußern, daß Holz verzogen ist, das es Wurmlöcher gibt.

Diese Dinge muß man hinnehmen, sie mindern nicht den Wert. Alle Mängel, die die Gebrauchsfähigkeit stören oder die Optik negativ beeinflussen, werden beseitigt, sofern das möglich ist.

Hier ist aber immer ein Kompromiss zu finden, um den Wert zu erhalten. Überrestaurierte Antiquitäten besitzen keinen Reiz mehr und sind wertlos.

_antikuhrwerke

Konstruktive Mängel der Werke müssen hingenommen werden, da es nicht zur Aufgabe der Restaurierung gehört, eine Antiquität zu verbessern.

Zu Konstruktionsmängeln zählen u. a. ungünstig geformte Triebstirnseiten, horizontal stehende Spindelräder sowie große und flache Ölsenkungen und vieles mehr.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 14Es liegt in der Natur der Sache, daß an manchen Uhrwerken Reparaturspuren zu sehen sind, denn wir haben es mit über 100 Jahre alten Uhrwerken zutun, die im Laufe ihres Lebens durch mehrere Uhrmacherhände gegangen sind.

Auch Zifferblätter können Altersspuren zeigen, wie feine Haarrisse, etc.. Damit müssen wir als Liebhaber von Antiquitäten leben.

_versand

Versandfähig, geringes Risiko! Die Kosten für Verpackung und Versand betragen 12,50 €.

_zahlung

Überweisung, Vorkasse. Anzahlung, Barzahlung bei Abholung. Rückgabe wird bei Reservierung nicht akzeptiert!

_lieferzeit

Die hier angebotenen Uhren sind alle frisch restauriert, bzw. die Uhrwerke frisch gereinigt und aufgezogen.

Die Lieferung erfolgt aus Sicherheitsgründen erst nach Ablauf des Uhrwerkes, wenn keine Spannung mehr auf den Federn ist.

Lenzkirch Pendule Nussbaum Stutzuhr 15Dies kann bis zu 14 Tagen dauern. Während dieser Zeit werden die Uhren kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert.

Ich habe damit die Sicherheit, eine 100 % funktionstüchtige Uhr abzugeben und Sie haben die Sicherheit, daß Sie eine Uhr erhalten, die Sie nicht enttäuschen wird.

_garantie

 1 Jahr auf das Werk

_ineigenersache

Ein automobiler Scheunenfund kann weder am Straßenverkehr teilnehmen, noch wird er Schönheitspreise gewinnen.

Ein Dachbodenfund wird erst dann die Zeit zuverlässig anzeigen und ein Schmuckstück Ihrer Wohnung sein, wenn er fachmännisch restauriert worden ist. Uhren, die Sie bei mir erwerben, bringen diese Qualitäten mit.

Ich gebe auf meine Uhren Garantie. Das bedeutet für Sie die Sicherheit, eine Uhr zu erwerben, die nicht nur ihre Aufgabe, die Zeit anzuzeigen, zuverlässig erfüllen wird, sondern darüber hinaus eine Wertanlage für die Zukunft darstellt.

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