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Diese restaurierte Lenzkirch Tischuhr stammt aus der Zeit um 1864/65 und vereint in ihrer Gehäuseform auf besonders schöne Weise den späten Louis Philippe beziehungsweise Biedermeier mit dem beginnenden Historismus. Schon auf den ersten Blick wirkt sie nicht wie bloß eine alte Uhr, sondern wie ein hochwertiges Möbelstück des 19. Jahrhunderts, das mit Selbstverständlichkeit Würde, Qualität und feinen Geschmack ausstrahlt. Ihre Proportionen sind ausgewogen, die Architektur des Gehäuses wirkt kraftvoll und zugleich elegant, und gerade dadurch entfaltet sie jene ruhige Wirkung, die gute antike Uhren von bloßer Dekoration trennt. Das Gehäuse besteht aus Nussbaum mit schön gezeichnetem Wurzelholzfurnier. Gerade auf der Haube und an den Seiten zeigt das Holz eine lebendige, tiefe Maserung, die je nach Lichteinfall immer wieder anders wirkt. Die vergoldeten Zierapplikationen, die seitlichen Gitter, die fein gegliederten Bauformen und die sauber durchgebildeten Details geben der Uhr eine vornehme, repräsentative Ausstrahlung, ohne jemals aufdringlich zu werden. Besonders reizvoll ist, dass sich hinter den seitlichen Gittern noch der originale rote Stoff befindet. Solche erhaltenen Einzelheiten geben einer Uhr Seele, Echtheit und jene stille Noblesse, die man nicht künstlich herstellen kann. A
Die Uhr befindet sich in gutem, sehr gepflegtem und sauber restauriertem Zustand. Sie zeigt wenig bis keine nennenswerten Gebrauchsspuren und wirkt insgesamt außerordentlich frisch, sauber und wertig. Gerade das macht sie so begehrenswert: Sie hat ihre historische Ausstrahlung bewahrt, wirkt aber zugleich so überzeugend gepflegt, dass man sie nicht nur bewundert, sondern am liebsten sofort in den eigenen Raum stellen möchte
Im Inneren arbeitet ein sehr schweres, massives Lenzkirch Uhrwerk in Vollplatinenbauweise mit Volltrieben. Schon das allein ist ein echtes Qualitätsmerkmal. Solche Werke wurden nicht leicht und billig gebaut, sondern auf Dauer, Stabilität und sauberen Lauf hin konstruiert. Man spürt sofort, dass hier nicht für flüchtige Wirkung produziert wurde, sondern für Käufer, die Substanz erwarteten.
Dadurch ertönt zur vollen Stunde kein voller Bim Bam Schlag, sondern ein dunkler Einzelton von sehr schöner Wirkung. Gerade diese Lösung wirkt außergewöhnlich fein, klar und kultiviert. Der Klang ist deutlich hörbar, aber niemals aufdringlich oder störend. Hinzu kommen das Pendulenpendel und die Feinjustierung oben im Zifferblatt. Dort erfolgt die Regulierung über einen kleinen Zeiger mit den Bezeichnungen „slow“ für langsamer und „fast“ für schneller. Gerade diese Lösung ist nicht nur praktisch, sondern auch ein schönes technisches Detail, weil sich der Gang der Uhr bequem und sauber regulieren lässt, ohne umständliche Eingriffe am Werk. Das gesamte Werk wurde gereinigt, die Uhr insgesamt restauriert und sauber hergerichtet. Damit überzeugt dieses Stück nicht nur äußerlich, sondern auch technisch. Das fünfteilige Zifferblatt passt dazu vollkommen. Es wirkt fein, plastisch und hochwertig, nicht flach und beiläufig wie bei einfacheren Tischuhren. Gerade im Zusammenspiel mit dem schweren Werk, dem Pendel und dem charaktervollen Schlag ergibt sich hier ein Gesamtbild, das weit über das bloße Anzeigen der Zeit hinausgeht. Diese Uhr hat nicht nur Technik, sondern Charakter.
Ich zitiere hier stark verkürzt meinen sehr geschätzten Ratgeber, Hans-Heinrich Schmid, den Verfasser des “Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie”. Am 31.08.1851 wurde die Aktiengesellschaft für Uhrenfabrikation, Lenzkirch (Alg- später Agul) gegründet, die erste Uhrenfabrik im Schwarzwald. Treibende Kraft für die Firmengründung war Eduard Hauser (*21.08.1825, +1900), der 1840 zur Ausbildung in die kleine Orchestrionfabrik Ignaz Schöpperle sen. eintrat und die Herstellung von mechanischen Spielwerken erlernte. Da ihn aber der Uhrenbau interessierte, ging er für mehrere Jahre in die Schweiz und nach Frankreich, um die Herstellung präziser Uhrwerke kennenzulernen. Zurückgekehrt gründete er 1846 mit Ignaz Schöpperle (*1810, +1882), dem Sohn seines früheren Lehrherren, die Firma Schöpperle & Hauser. Ihr Ziel war die fabrikmäßige Herstellung von präzisen Uhrenteilen, die sie an die hausgewerblichen Schwarzwälder Uhrmacher verkaufen wollten. Diese verhielten sich sehr ablehnend und das Kapital wurde knapp. Als Geldgeber konnte die Handelsgesellschaft Faller, Tritscheler & Cie. gewonnen werden, die bedeutende Summen investierte und bis 1867 auch die Buchführung der Firma übernahm.
Bereits 1858 wurde Lenzkirch die erste Auszeichnung auf der Gewerbeausstellung in Villingen verliehen. Es folgten weitere 15 Auszeichnungen auf nationalen und internationalen Ausstellungen, u. a. München 1854, London 1862, Paris 1867 und 1900, Chile 1875, Philadelphia 1877, Barcelona 1888. Eduard Hauser erhielt auch viele persönliche Auszeichnungen: 1858 Verdienstmedaille, 1885 in Antwerpen Diplom mit Medaille und 1891 den Zähringer Löwenorden durch den Großherzog von Baden. Anfangs wurden in Lenzkirch französische Rohwerke bezogen und eingebaut. Als der Import wegen der zunehmenden politischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich immer schwieriger wurde, entwickelte Lenzkirch ab 1867 eigene Tischuhrwerke, Kleinregulatorenwerke und vor allem Reisewecker mit massiven Werken nach französischem Vorbild, die sehr gut verkauft wurden. In erheblichem Umfang wurden auch Uhrenteile produziert. Die Firma Lenzkirch war die erste deutsche Firma, der die Herstellung von Uhren-Aufzugsfedern gelang und die damit den ganzen Schwarzwald belieferte. Uhrenfedern wurden nämlich vorher aus Frankreich importiert. Lenzkirch besaß eine eigene Gießerei, Walzwerk, Sägerei, eine galvanische und mechanische Werkstatt, sowie eine große Gehäusetischlerei, die durch ihre aufwändigen Gehäuse den Ruf der Firma entscheidend begründete.
Noch 1895 stand das Unternehmen Lenzkirch an der Spitze der Uhrenfirmen in Deutschland. Da in Lenzkirch aber zu keiner Zeit Uhrwerke amerikanischer Bauweise gebaut wurden, ein Fehler, der die Firma Lenzkirch langfristig ihre Vorrangstellung in Deutschland kostete, beteiligte sich Lenzkirch auch nicht an den Verhandlungen mit den anderen deutschen Uhrenherstellern an den Uhrenkonventionen. Im Jahre 1900 wurde eine Musterkollektion von mehreren hundert Uhrenmodellen angeboten, von der Bodenstanduhr bis zum Wecker, für die etwa 160 (!) verschiedene Werke gefertigt wurden. Die Gehäusemodelle waren Vorbild für alle deutschen Uhrenhersteller, vor allem für die Firmen in Schwenningen. Doch der entscheidende Rückschlag kam im gleichen Jahr. Ein schwerer Brand, bei dem das ganz Uhrenlager in Flammen aufging, verursachte große Verluste. Ferner war die zu große Zahl der verschiedenen Werke und Gehäuseformen für die Firma ein zunehmendes Problem, das sich in deutlich höheren Preisen gegenüber der Konkurrenz wiederspiegelte. Zum Vergleich: Der baugleiche Reisewecker der Firma Kienzle war etwa 30 % billiger.
Danach ging es in Lenzkirch schnell bergab. Ein allzu großes Beharrungsvermögen ließ Lenzkirch den Anschluß an die leichter und billiger zu entwickelnden “Amerikaner-Uhren” verpassen. Man blieb bei den soliden Massivwerken, die sich auf Grund der höheren Preise nicht mehr verkaufen ließen und wurde dadurch im Absatz von immer mehr anderen Firmen überrundet. Es ist nicht bekannt, wie die Firma Lenzkirch den ersten Weltkrieg überstanden hat, aber es ist von einer Rüstungsprodukion auszugehen, da man andernfalls zur Produktionsaufgabe gezwungen gewesen wäre. Als in der 20er Jahren der Absatz der Uhren immer schwieriger wurde, trat Lenzkirch 1927 der Interessengemeinschaft mit Junghans, HAU und Becker bei. Die durch die Absprachen erzielten Einsparungen reichten aber nicht aus und 1928 wurde Lenzkirch von Junghans übernommen.
Hersteller: Lenzkirch
Alle meine Uhren kommen mit ausführlicher Pflege- und Bedienungsanleitung, mit der auch Laien die Uhren in Betrieb nehmen können.
Mit Wachs versiegelte oder konservierte Oberflächen, wie hier, dürfen nicht mit Möbelpolituren behandelt werden. Daher bitte nur vorsichtig mit Staubpinsel abstauben. Ich selbst benutze dafür einen Staubwedel aus Straussenfedern, weil dieser auch antistatisch wirkt. Bitte keine direkte Sonnenbestrahlung, nicht in der Nähe von Kochdunst anbringen oder aufstellen.
Gepflegte antike Lenzkirch Uhren liegen heute längst nicht mehr im Ramschbereich. Schon einfachere bis mittlere Modelle werden meist zwischen etwa 1.300 und 1.400 € angeboten, dekorativere und technisch reizvollere Stücke eher zwischen rund 2.950 und 3.850 €. Selbst defekte oder ungeprüfte Exemplare erreichen oft bereits 400 bis über 1.100 €. Meine Preise entstehen daher nicht aus bloßer Vorstellung, sondern aus realen Anschaffungskosten, fachgerechter Reinigung und Restaurierung, Probelaufzeiten und dem Umstand, dass Sie keine Baustelle kaufen, sondern eine sauber überarbeitete antike Uhr. Hinzu kommt ein Jahr Garantie. Wer nur auf den billigsten Preis schaut, kauft oft ungeprüfte Technik, alten Schmutz im Werk, Verschleiß und verborgene Schäden. Eine wirklich restaurierte antike Uhr ist deshalb nicht mit irgendeinem Fundstück unklarer Herkunft zu vergleichen. 2.299,00 € inkl. MwSt. zuzügl. Versandkosten
Die Uhr ist sehr schwer! Die Kosten für Verpackung und Versand betragen 22,50 €.
[ ] 13156 Berlin (Hauptwerkstatt)
Alle Antiquitäten unterliegen dem natürlichen Alterungsprozess. Dies kann sich dadurch äußern, dass Holz verzogen ist, das es Wurmlöcher gibt. Diese Dinge muß man hinnehmen, sie mindern nicht den Wert. Alle Mängel, die die Gebrauchsfähigkeit stören oder die Optik negativ beeinflussen, werden beseitigt, sofern das möglich ist. Hier ist aber immer ein Kompromiss zu finden, um den Wert zu erhalten. Überrestaurierte Antiquitäten besitzen keinen Reiz mehr und sind wertlos.
Konstruktive Mängel der Werke müssen hingenommen werden, da es nicht zur Aufgabe der Restaurierung gehört, eine Antiquität zu verbessern. Zu Konstruktionsmängeln zählen u. a. ungünstig geformte Triebstirnseiten, horizontal stehende Spindelräder sowie große und flache Ölsenkungen und vieles mehr.
Überweisung, Vorkasse. Barzahlung bei Abholung.
Die hier angebotenen Uhren sind alle frisch restauriert, bzw. die Uhrwerke frisch gereinigt und aufgezogen. Die Lieferung erfolgt aus Sicherheitsgründen erst nach Ablauf des Uhrwerkes, wenn keine Spannung mehr auf den Federn ist. Dies kann bis zu 14 Tagen dauern. Während dieser Zeit werden die Uhren kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Ich habe damit die Sicherheit, eine 100 % funktionstüchtige Uhr abzugeben und Sie haben die Sicherheit, dass Sie eine Uhr erhalten, die Sie nicht enttäuschen wird.
Es wird eine freiwillige Garantie von 1 Jahr gewährt!
Ein automobiler Scheunenfund ist weder ohne Weiteres für den Straßenverkehr geeignet, noch wird er im unrestaurierten Zustand einen Schönheitspreis erringen. Mit einem Dachbodenfund unter den Uhren verhält es sich nicht anders: Erst die fachmännische Restaurierung macht aus ihm wieder einen zuverlässigen Zeitmesser und zugleich ein Schmuckstück von bleibendem Wert für Ihr Zuhause.
Dass ich auf meine Uhren Garantie gebe, bedeutet für Sie ein besonderes Maß an Sicherheit. Sie erwerben damit nicht nur eine Uhr, die ihre eigentliche Aufgabe, die Zeit zuverlässig anzuzeigen, wieder erfüllt, sondern zugleich ein wertbeständiges Kulturgut, das auch für die Zukunft Bestand hat. |
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