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Bitte haben Sie etwas Geduld beim Laden der Seite. Eine ausführliche Beschreibung erfordert eine ebenso ausführliche Bebilderung. Sie werden nicht enttäuscht sein.

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 02Am 27. Februar 1881 heiratete in Berlin Prinz Wilhelm von Preußen,  der spätere Kaiser Wilhelm II., Prinzessin  Auguste Viktoria von Schleswig-Holstein-Sonderburg-Augustenburg. Ungefähr 20 Jahre später wurde diese Pendule in limitierter Auflage herausgegeben, die auf dem Zifferblatt die kaiserliche Standarte, das letzte deutsche Kaiserpaar und den Spruch “Dem Volke zum Gruße” zeigt.

Der Anlass kann z. B. der 20-jährige Hochzeitstag des Kaiserpaares, ein Geburtstag von Kaiser Wilhelm II., oder Kaiserin Auguste Viktoria gewesen sein. Es wird jedoch ein Geschehen zwischen 1900 und 1905 gewesen sein, denn der Herstellungszeitraum der Pendule läßt sich anhand der Seriennummer auf diesen Zeitraum begrenzen.

Die Pendule stammt ursprünglich aus Berlin. In der Zeit, aus der die Uhr stammt, lebte aber fast die Hälfte der Berliner in bitterer Armut. Ganze Familien lebten in Ein-Zimmer-Wohnungen, mit einem einzigen geheiztem Raum, der Küche. Große Mietskasernen mit den typischen Hinterhöfen entstanden im Wedding, in Prenzlauer Berg, Neukölln und Friedrichshain. Hunderttausende Berliner Kinder hatten vor hundert Jahren kein eigenes Bett, sondern mussten ihre Schlafstätte mit Geschwistern, Eltern oder sogar zahlenden Fremden teilen. Die zahlenden Schlafgäste nannte man "Schlafburschen". Zur gleichen Zeit gab es aber privilegierte Menschen, die die Mittel besaßen, solche Luxusgüter wie diese Pendule zu erwerben.

Von Berlin aus gelangte die Uhr Anfang der 60er Jahre durch ein Verkaufsangebot an meinen Großvater, der ein Uhren- und Schmuckgeschäft in Essen Kettwig besaß, in Familienbesitz.

_beschreibung

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 03Dieses Uhrenmodell im Rokoko Stil gab es in verschiedenen Ausführungen, Holzarten, Größen, mit oder ohne Schlagwerk, mit oder ohne Wandsockel, je nach Bedürfnis und Einrichtung des Käufers. Auch die Zifferblätter variierten zwischen Emaille und Metall, z.B. versilbert mit goldfarbigen Ziselierungen. Dieses Zifferblatt dürfte sehr selten sein. Es erinnert an Sammeltassen mit kaiserlichen Motiven aus der Zeit.

Die Uhr war, seit sie in unserem Besitz ist, immer ohne Wandsockel. Möglicherweise war ihr Standort auf einem Kaminsims auch die Ursache für die Schäden, die die Uhr vor der Restauration besaß. Diese sind sehr liebevoll und mit Sachkenntnis beseitigt worden, ohne die Uhr zu überrestaurieren.

Der Gehäusekorpus, sowie die Seitenteile sind aus Nußbaumholz. Das Gehäuse wurde von Lenzkirch nur vorn mit Wurzelholzfurnier versehen. Die seitlichen vergoldeten Bronzeverzierungen gehen in die Füße über, hinten besitzt die Uhr kleine angeschraubte Füße. Das Zifferblatt wurde in einer Fachwerkstatt restauriert (Haarrisse, Glasur). Die Reparatur erfolgte nach meinen Vorgaben, denn weder die cremefarbige Patina, noch alterstypische Gebrauchsspuren sollten entfernt werden. Da dies eine sehr teure Angelegenheit war, die Uhr sehr selten ist, wird sie nicht verschickt.

_uhrwerk

Das Werk ist ein typisches Lenzkirch Pendulenwerk mit dicken runden Platinen, feinen Zapfen und einer Graham Hemmung. Verantwortlich für den Schlag ist ein feines Rechenschlagwerk, nicht die günstiger herzustellende Schloßscheiben Variante.

Das Uhrwerk wurde in alle Einzelteile zerlegt und von Hand gereinigt. Die Aufzugsfeder wurde aus dem Federhaus genommen, das Federhaus gereinigt, gefettet, aale übrigen Teile, wie Lünette, Pendel, Schlüssel, etc. wurden ebenfalsl gereinigt. Das Pendulenwerk muß erst in etwa 7 Jahren wieder nachgesehen werden.

_firmengeschichte

Ich zitiere hier stark verkürzt meinen sehr geschätzten Ratgeber, Hans-Heinrich Schmid, den Verfasser des “Lexikon der Deutschen Uhrenindustrie”.

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 04Am 31.08.1851 wurde die Aktiengesellschaft für Uhrenfabrikation, Lenzkirch (Alg- später Agul) gegründet, die erste Uhrenfabrik im Schwarzwald.

Treibende Kraft für die Firmengründung war Eduard Hauser (*21.08.1825, +1900), der 1840 zur Ausbildung in die kleine Orchestrionfabrik Ignaz Schöpperle sen. eintrat und die Herstellung von mechanischen Spielwerken erlernte. Da ihn aber der Uhrenbau interessierte, ging er für mehrere Jahre in die Schweiz und nach Frankreich, um die Herstellung präziser Uhrwerke kennenzulernen. Zurückgekehrt gründete er 1846 mit Ignaz Schöpperle (*1810, +1882), dem Sohn seines früheren Lehrherren, die Firma Schöpperle & Hauser. Ihr Ziel war die fabrikmäßige Herstellung von präzisen Uhrenteilen, die sie an die hausgewerblichen Schwarzwälder Uhrmacher verkaufen wollten. Diese verhielten sich sehr ablehnend und das Kapital wurde knapp. Als Geldgeber konnte die Handelsgesellschaft Faller, Tritscheler & Cie. gewonnen werden, die bedeutende Summen investierte und bis 1867 auch die Buchführung der Firma übernahm.

Die Gründungsmitglieder der Firma Lenzkirch im Jahre 1852 waren Hauser, Schöpperle, Nikolaus Rogg, Paul und Nikolaus Tritscheler und Josef Wiest, die alle jeweils 5000 fl in die Gesellschaft einbrachten. Hauser wurde technischer Direktor und führte durch seine vielen Erfindungen und Konstruktionen von Produktionsmaschinen, sowie durch solide Werkskonstruktionen die Firma rasch zur Weltbedeutung.

Bereits 1858 wurde Lenzkirch die erste Auszeichnung auf der Gewerbeausstellung in Villingen verliehen. Es folgten weitere 15 Auszeichnungen auf nationalen und internationalen Ausstellungen, u. a. München 1854, London 1862, Paris 1867 und 1900, Chile 1875, Philadelphia 1877, Barcelona 1888. Eduard Hauser erhielt auch viele persönliche Auszeichnungen: 1858 Verdienstmedaille, 1885 in Antwerpen Diplom mit Medaille und 1891 den Zähringer Löwenorden durch den Großherzog von Baden.

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 05Anfangs wurden in Lenzkirch französische Rohwerke bezogen und eingebaut. Als der Import wegen der zunehmenden politischen Spannungen zwischen Deutschland und Frankreich immer schwieriger wurde, entwickelte Lenzkirch ab 1867 eigene Tischuhrwerke, Kleinregulatorenwerke und vor allem Reisewecker mit massiven Werken nach französischem Vorbild, die sehr gut verkauft wurden.

In erheblichem Umfang wurden auch Uhrenteile produziert. Die Firma Lenzkirch war die erste deutsche Firma, der die Herstellung von Uhren-Aufzugsfedern gelang und die damit den ganzen Schwarzwald belieferte. Uhrenfedern wurden nämlich vorher aus Frankreich importiert. Lenzkirch besaß eine eigene Gießerei, Walzwerk, Sägerei, eine galvanische und mechanische Werkstatt, sowie eine große Gehäusetischlerei, die durch ihre aufwändigen Gehäuse den Ruf der Firma entscheidend begründete.

Für die Gehäuse war der Sohn, Karl Albert Hauser verantwortlich, der u. a. an der Uhrmacherschule in Furtwangen seine Ausbildung erhielt und auch Architekt, Werkzeug- und Formenmacher war. Nach dem Willen seines Vaters hätte er zusammen mit seinem Bruder Emil die Firmenleitung übernehmen sollen.

Noch 1895 stand das Unternehmen Lenzkirch an der Spitze der Uhrenfirmen in Deutschland. Da in Lenzkirch aber zu keiner Zeit Uhrwerke amerikanischer Bauweise gebaut wurden, ein Fehler, der die Firma Lenzkirch langfristig ihre Vorrangstellung in Deutschland kostete, beteiligte sich Lenzkirch auch nicht an den Verhandlungen mit den anderen deutschen Uhrenherstellern an den Uhrenkonventionen.

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 06Im Jahre 1900 wurde eine Musterkollektion von mehreren hundert Uhrenmodellen angeboten, von der Bodenstanduhr bis zum Wecker, für die etwa 160 (!) verschiedene Werke gefertigt wurden. Die Gehäusemodelle waren Vorbild für alle deutschen Uhrenhersteller, vor allem für die Firmen in Schwenningen.

Doch der entscheidende Rückschlag kam im gleichen Jahr. Ein schwerer Brand, bei dem das ganz Uhrenlager in Flammen aufging, verursachte große Verluste. Ferner war die zu große Zahl der verschiedenen Werke und Gehäuseformen für die Firma ein zunehmendes Problem, das sich in deutlich höheren Preisen gegenüber der Konkurrenz wiederspiegelte. Zum Vergleich: Der baugleiche Reisewecker der Firma Kienzle war etwa 30 % billiger.

Eduard Hauser zog sich im März 1899 aus dem Geschäft zurück und starb 1900. Beide Söhne schieden vermutlich wegen Differenzen in der Firmenleitung aus und wechselten zur HAU (Hamburg-Amerikanische Uhrenfabrik, Pfeilkreuz).

Danach ging es in Lenzkirch schnell bergab. Ein allzu großes Beharrungsvermögen ließ Lenzkirch den Anschluß an die leichter und billiger zu entwickelnden “Amerikaner-Uhren” verpassen. Man blieb bei den soliden Massivwerken, die sich auf Grund der höheren Preise nicht mehr verkaufen ließen und wurde dadurch im Absatz von immer mehr anderen Firmen überrundet.

Es ist nicht bekannt, wie die Firma Lenzkirch den ersten Weltkrieg überstanden hat, aber es ist von einer Rüstungsprodukion auszugehen, da man andernfalls zur Produktionsaufgabe gezwungen gewesen wäre.

Als in der 20er Jahren der Absatz der Uhren immer schwieriger wurde, trat Lenzkirch 1927 der Interessengemeinschaft mit Junghans, HAU und Becker bei. Die durch die Absprachen erzielten Einsparungen reichten aber nicht aus und 1928 wurde Lenzkirch von Junghans übernommen.

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 07 _techdat

Maße: ca. 35 x 20 x 11
Material Korpus: Nussbaum, Wurzelholz
Material Applikationen: Bronze, säurevergoldet
Uhrwerk: Lenzkirch Uhrwerk, Vollplatinen und Volltriebe, Rechenschlagwerk
Zifferblatt: Hochglänzend, cremefarbig
Pendel: Pendulenpendel
Laufzeit: Etwa 12 Tage
Letzte Wartung des Uhrwerkes: August 2016

_pflege

  • nur Abstauben,
    kein feuchtes Abwischen!
  • keine Möbelpolitur verwenden,
  • keine direkte Sonneneinstrahlung und
  • kein Aufstellen neben Öfen, etc
  • niemals am Zifferblatt herum putzen, nur klares Wasser ist beim Zifferblatt erlaubt!

_zubehoer

Ausführliche Pflege- und Bedienungsanleitung, verzierter Lenzkirch Schlüssel.

_antiqui

Alle Antiquitäten unterliegen dem natürlichen Alterungsprozess. Dies kann sich dadurch äußern, daß Holz verzogen ist, das es Wurmlöcher gibt.

Diese Dinge muß man hinnehmen, sie mindern nicht den Wert. Alle Mängel, die die Gebrauchsfähigkeit stören oder die Optik negativ beeinflussen, werden beseitigt, sofern das möglich ist.

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 08Hier ist aber immer ein Kompromiss zu finden, um den Wert zu erhalten. Überrestaurierte Antiquitäten besitzen keinen Reiz mehr und sind wertlos.

_antikuhrwerke

Konstruktive Mängel der Werke müssen hingenommen werden, da es nicht zur Aufgabe der Restaurierung gehört, eine Antiquität zu verbessern.

Zu Konstruktionsmängeln zählen u. a. ungünstig geformte Triebstirnseiten, horizontal stehende Spindelräder sowie große und flache Ölsenkungen und vieles mehr.

Es liegt in der Natur der Sache, daß an manchen Uhrwerken Reparaturspuren zu sehen sind, denn wir haben es mit über 100 Jahre alten Uhrwerken zutun, die im Laufe ihres Lebens durch mehrere Uhrmacherhände gegangen sind. Auch Zifferblätter können Altersspuren zeigen, wie feine Haarrisse, etc.. Damit müssen wir als Liebhaber von Antiquitäten leben.

 

____preis

Verkauft

_versand

Kein Versand!

Lenzkirch Pendule Kaiseruhr 09 _zahlung

Überweisung, Vorkasse. Barzahlung bei Abholung.

_lieferzeit

Die hier angebotenen Uhren sind alle frisch restauriert, bzw. die Uhrwerke frisch gereinigt und aufgezogen. Die Lieferung erfolgt aus Sicherheitsgründen erst nach Ablauf des Uhrwerkes, wenn keine Spannung mehr auf den Federn ist.

Dies kann bis zu 14 Tagen dauern. Während dieser Zeit werden die Uhren kontrolliert und gegebenenfalls korrigiert. Ich habe damit die Sicherheit, eine 100 % funktionstüchtige Uhr abzugeben und Sie haben die Sicherheit, daß Sie eine Uhr erhalten, die Sie nicht enttäuschen wird.

_garantie

1 Jahr

_ineigenersache

Ein automobiler Scheunenfund kann weder am Straßenverkehr teilnehmen, noch wird er Schönheitspreise gewinnen.

Ein Dachbodenfund wird erst dann die Zeit zuverlässig anzeigen und ein Schmuckstück Ihrer Wohnung sein, wenn er fachmännisch restauriert worden ist. Uhren, die Sie bei mir erwerben, bringen diese Qualitäten mit.

Vor der Restauration: Stark verstaubtes, unter den Zierelementen korrosiertes Gehäuse, stark angelaufene Applikationen, Zifferblatt stark verschmutzt, haarrissig, ölbeschmiert, Motive und Ziffern intakt, Glas intakt, Werk lauffähig.

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Nach der Restauration. Erkennen sie die Uhr wieder?

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Ich gebe auf meine Uhren Garantie. Das bedeutet für Sie die Sicherheit, eine Uhr zu erwerben, die nicht nur ihre Aufgabe, die Zeit anzuzeigen, zuverlässig erfüllen wird, sondern darüber hinaus eine Wertanlage für die Zukunft darstellt.

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